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Pressemitteilung:
Über 1000 Erwachsene und Kinder forderten heute auf ihrer Kundgebung vor dem Landtag die LandespolitikerInnen auf, sich zu bewegen und die Aufhebung der Kita-Raumstandards zurückzunehmen! Überhaupt zu erwägen, unter 2 qm pro Kind zu gehen, empfinden die Betroffenen als absurd, kinderfeindlich und praxisfern - unter solchen Bedingungen kann weder der Bildungsplan noch die Sprachförderung umgesetzt werden.
Über 200.000 Protestpostkarten wurden inzwischen abgegeben: Dies ist ein starkes BürgerInnen-Votum für ausreichende Räume für Kita-Kinder, das die Politik ernst nehmen sollte.
Die Einhaltung der Raumstandards ist kein bürokratischer Aufwand. Erweitert wird stattdessen der Handlungsspielraum der Kommunen für zusätzliche Sparmaßnahmen, die bestehenden Kindertagesstätten können mit zusätzlichen Kindern aufgefüllt werden (dies wird mancherorts ernsthaft erwogen - z.B. in Bissendorf).
Zum Hintergrund:
Niedersachsen ist bundesweit Spitzenreiter mit der geringsten Landesfinanzbeiteiligung an den Kitas. Niedersachsen ist auch mit Spitzenreiter in der schlechten Kitaplatz-Versorgung, insbesondere der Unter3Jährigen. Nur hier dürfen bis zu 3 Unter3Jährige ohne eine Änderung beim Personal und in der Konzeption in den großen 25er Kindergartengruppen aufgenommen werden! Jetzt darf dies auch noch in viel zu kleinen Räumen passieren - wir halten diese Freigabe gerade für die Kleinen für unverantwortlich.
Das Land ist als überörtlicher Träger der Jugendhilfe in der Pflicht, über das Kindeswohl aller niedersächsischer Kinder zu wachen und für gleiche Bildungschancen von Anfang an zu sorgen: Bund, Länder und Kommunen müssen endlich raus aus der Verflechtungsfalle und gemeinsam in die Bildung und Erziehung von Kindern investieren - anstatt die Kosten zu Lasten der Schwächsten nach unten zu verschieben! Dies ist keine Gängelung der Kommunen und auch kein Bürokratismus, hier ist die Schutzfunktion des Landesgesetzgebers notwendig!
Dem fachfremden Innenminister untersteht die Kommunalaufsicht: Verschuldete Gemeinden könnten ohne landesgesetzliche Vorgaben gezwungen sein, Spielräume in Kitas preiszugeben.
Deutschland muss in die Bildung investieren - von der Kita bis zur Hochschule. Für den Kita-Bereich ist man mit dem ModKG einen Schritt rückwärts gegangen.
gez. Petra von Bargen (Tel: 0511/4952-296 oder 0173 6273244)
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© Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen e.V. | Mai 2006 |
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