Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen e.V.

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17. November 2005

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Pressemitteilung:

Bündnis unterstützt den Boykott der Kita-Messe des Kultusministeriums durch die freien Trägerverbände:
Fachkräften und Eltern fehlt das Vertrauen, dass überall in Niedersachsen die Bewegungsspielräume für Kinder in Kitas ohne gesetzliche Mindest-Vorschriften eingehalten werden.

Von allen Bundesländern weist Niedersachsen den Kommunen den geringsten Landesfinanzanteil für die Kindertagesstätten zu. Gleichzeitig muss der dringende Ausbau der Kitas bewältigt werden (längere Öffnungszeiten, Plätze für Kinder unter 3, bessere Bildungsangebote). Zu Recht fordert beispielsweise der Niedersächsische Städtetag, dass "eine bessere Bildung von Bund und Ländern...nicht zum Nulltarif bei den Kommunen bestellt werden (kann)".

Da bisher das Land Niedersachsen die Zuschüsse für Kitas nicht erhöht hat, suchen fast alle Kommunen nach Lösungen, die neuen Aufgaben im Kita-Bereich zu bewältigen. Landesweit werden z.Z. immer mehr Unter3Jährige ohne ein besonderes Konzept in den großen 25-Kindergartengruppen untergebracht. Es liegt auf der Hand, dass auch bei den bereits existierenden Einrichtungen nach (Not)Lösungen gesucht wird, zusätzliche Kinder für eine längere Zeit unterzubringen. Einsparungen bei den Kurzen sind aber keine Lösung!

Die Befreiung von den Raumstandards im Entwurf des Modellkommunengesetzes bricht eine Tabu-Grenze: Unter 2 qm Innenraum (möbliert, incl. Personal und Gäste) pro Kind geht es - im Interesse des Kindeswohl - wirklich nicht: "Vielfältige und motivierende Bewegungsanreize im Vorschulalter (sind) unverzichtbare Entwicklungsaufgaben" betonte noch Herr Saager, Staatssekretär im Nds. Kultusministerium, am letzten Donnerstag!

Die landesgesetzliche Vorschrift im Kita-Gesetz muss nach Auffassung des Bündnisses für Kinder und Familien in Nds. e.V. unbedingt erhalten werden: Zu stark ist der Einspardruck in den Kommunen, zu sehr haben Erzieher/innen Angst um ihre Arbeitsplätze und die Eltern wollen vor Ort nicht zwischen die Interessen der Kommunen und Träger und die ihrer Kinder in ihrem Kindergarten geraten. Daher muss das Landesgesetz hier Sicherheit für alle Beteiligten schaffen. Ein Beitrag zum Bürokratieabbau ist an dieser Stelle ohnehin nicht zu erzielen.

Fachkräfte und Eltern haben engagiert am Nds. Bildungsplan für Kitas mitgewirkt. Umso größer ist die Enttäuschung, dass die Mindestrahmenbedingungen für den Raum für Kinder jetzt gekippt werden können. Mit den Raumstandards fällt eine der drei Säulen (Personalstandards, Gruppengröße, Raumstandards), die die Mindest-Voraussetzungen für eine gute pädagogische Arbeit in den Kitas sind. Um ein deutliches Signal für die Bildung unserer Kinder zu setzen, boykottieren daher die Fachkräfte mit großem Bedauern die Fachmesse des Kultusministeriums "kita-bildet".

gez. Renate Frauendorf

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