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Kita-Qualitätskampagne:
Sehr geehrte Unterstützer und Unterstützerinnen der Kita-Qualitätskampagne
"Das 1 x 1 der frühkindlichen Bildung" und der "Niedersachsen-Erklärung
für gute Rahmenbedingungen für das Aufwachsen und die Bildung von Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen" !
Inzwischen sind beim Verein "Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen e.V."
ca. 13.000 Unterschriften zur Qualitätskampagne und ca. 180 unterzeichnete Niedersachsen-Erklärungen eingegangen!
(Einzusehen hier auf der Webseite) Weitere Unterschriften sind bei vielen Politiker/innen
eingegangen, diese Zahl können wir allerdings schwer schätzen.
Wir finden, dass die gesamte Kampagne zu einem beachtlichen - und auch beachteten! -Erfolg geführt hat!
Daher an erster Stelle ganz herzlichen Dank an alle, die die Bündniskampagne unterstützt haben!
Der Verein wird alle Unterschriften im Rahmen einer Petition
an den neu gewählten Nds. Landtag senden. Damit möchten wir erreichen, dass sich die
zuständigen Landtagsausschüsse mit den notwendigen Rahmenbedingungen für eine gute
frühkindliche Bildung in Kitas und für eine engagierte landesweite Jugendhilfeplanung
für den Schutz, die Bildung und Chancengleichheit und ein gutes Aufwachsen aller Kinder und
Jugendlichen in Niedersachsen befassen!
Der vorläufige Abschluss der Qualitätskampagne war die vom Verein organisierte und
trotz des kurzen Vorlaufs sehr gut besuchte Abschlussveranstaltung "Wird Niedersachsen das
Schlusslicht in frühkindlicher Bildung?" Spannende (und aus Sicht Niedersachsens
auch bedrückende) Zahlen präsentierte der Bildungsökonom und Hauptreferent
Prof. Dr. Sell: So konnte er belegen, dass in Niedersachsen für alle seit 2005 geleisteten
Aufwendungen für den Ausbau an zus6auml;tzlichen Kita-Plätzen für unter
Dreijährige überhaupt keine zusätzlichen Investitionen getätigt wurden,
sondern dass diese aus dem bestehenden System "eingespart" wurden (z.B. durch
drastische Einsparungen bei der Freistellung von Kita-Leiter/innen in den letzten 5 Jahren).
Der Anteil an Teilzeitbeschäftigungen von Erzieher/innen ist mit 81,4 % in Niedersachsen
dramatisch hoch, die Versorgungsquoten an Kita-Plätzen insgesamt sehr schlecht.
Die Folien/Statistiken zum Vortrag sowie ein Presseartikel finden sich hier der Web-Seite.
Prof. Sell rechnete auch vor, dass sich die Ausgaben für einen qualitativ guten Kita-Ausbau
mittelfristig auch wirtschaftlich lohnen - schon wegen der zusätzlich einzurichtenden Stellen
(Steuereinnahmen) und einer höheren Erwerbstätigkeit von Eltern
(weniger staatliche Leistungen). Nutznießer solcher Einnahmen sind allerdings
bisher nicht die investierenden Kommunen, sondern vor allem die Sozialversicherungsträger,
der Bund und das Land. Prof. Sell plädierte daher nachdrücklich für eine Neuordnung
der Kita-Finanzierung.
Das Bündnis wird mit Sicherheit diese Zahlen und Ergebnisse aus bildungsökonomischer
Sicht in die politische Diskussion in Niedersachsen einbringen.
Stellvertretend für alle Einrichtungen, engagierten Einzelpersonen und für die Verbände,
die die Niedersachsen-Erklärung unterzeichnet haben, übernahm Herr Bernd Anders als
Vorsitzender der LAG Freie Wohlfahrtspflege und Frau Ursula Thümler, Vorsitzende des
Landesfrauenrats, die öffentliche Unterzeichnung der Niedersachsen-Erklärung. Diese
wurde den beiden Vertreterinnen der SPD- und der Bündnis 90/Die Grünen-Landtagsfraktion
übergeben. In einer sehr engagierten Diskussion sprachen sich Frau Renate Hendriks, SPD,
und Frau Meta Janssen-Kucz, Bündnis 90/Die Grünen, deutlich für die notwendige
Verbesserung der Kita-Standards aus. Hierzu gehört auch eine 3. Fachkraft bei den bestehenden
Gruppengrößen. Frau Hendriks plädierte auch für eine Wiedereinführung
des Nds. Landesjugendamtes. Die FDP-Landtagsfraktion hatte für das Podium abgesagt,
der angekündigte CDU-Vertreter erschien nicht.
Schriftlich erhielt der Verein von allen Landtagsfraktionen eine Reaktion auf die Qualitätskampagne:
- Bündnis 90/Die Grünen: Die Fraktion unterstützt die Kampagne
des Bündnisses und fordert bessere Qualitätsstandards in Kitas, insbesondere die
Verkleinerung der Gruppen, davon insbesondere für die Kleinsten, und die Verbesserung der
Ausbildung. Investitionen für Bildung müssten zuallererst in den Kita-Bereich fließen.
Es wird davor gewarnt, die Standards immer wieder in Frage zu stellen.
- CDU, Schreiben von Herrn McAllister am 3.1.08: versteht die frühkindliche
Bildung als konkreten Handlungsauftrag an die Politik auch in 2008 und weist auf die bereits
ergriffenen Maßnahmen zur Stärkung der frühkindlichen Bildung hin (beitragsfreies
letztes KiGa-Jahr, Brückenjahr KiGa-Grundschule). Die CDU ist dankbar für die
Anregungen der "im Rahmen der Qualitätskampagne aufgeworfenen Fragen zu den
Rahmenbedingungen der frühkindlichen Bildung in Kindertagesstätten".
- FDP, Schreiben von Herrn Dr. Rösler am 27.11.07: bietet ein Gespräch
für nach der Wahl an. Zustimmung zu der Wichtigkeit der frühkindlichen Bildung, man habe
bereits einiges mit der CDU auf den Weg gebracht: neue Zuständigkeit im Kultusministerium
"Bildung", Orientierungsplan verabschiedet, Einführung des beitragsfreien letzten
KiGa-Jahres. Für die Zukunft geplant: verbindliche Kriterien für den O-Plan festlegen,
mittelfristig Beitragsfreiheit für alle Kita-Gruppen, auch Krippen (durch ein
Kinderbetreuungs- und Bildungsgutscheinsystem umsetzen), die Anpassung der Aus- und
Weiterbildung der Erzieher/innen.
- SPD, Schreiben von Herrn Wolfgang Jüttner am 25.10.07: unterstützt
die Niedersachsen-Erklärung nachdrücklich. Unter dem Stichwort "frühkindliche
Bildung ist der Schlüssel für bessere Lebenschancen" wird eine "signifikante
Verbesserung der fr&umml;hkindlichen Bildung in Deutschland und Niedersachsen "für"
unumgänglich" bezeichnet. Hinweis auf verschiedene Entschließungen und eine große
Krippenanfrage der SPD im Landtag. Akuter Handlungsbedarf, dass "die Kindertageseinrichtungen
hochwertige Bildungs- und Lernangebote anbieten können".
Wir sind bemüht, weitere Informationen zu liefern und über das weitere Vorgehen des
Bündnisses möglichst zeitnah zu berichten (wir arbeiten rein ehrenamtlich).
Über Rückmeldungen und Anregungen sind wir dankbar!
Für den Vereinsvorstand
Heide Tremel
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© Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen e.V. | Februar 2008 |
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